Jetzt ist es so weit, der Herbst ist da! Und ein Saisonwechsel weckt natürlich sofort neue Nähideen.
Nach leichten Kleidern, Sommertops und Stoffen, mit denen wir Hitzewellen überstehen, bekommen wir langsam wieder Lust auf Hemden, Hosen, schöne Blusen, Sweatshirts und leichte Übergangsjacken.
Nun ja… wir sind in Belgien. Und in Brüssel kann der Herbst sehr mild sein und uns dann plötzlich das Gefühl geben, der Winter sei schon da. Man weiß nie so recht, was einen erwartet!
Deshalb wollte ich euch die Stoffe vorstellen, die ich im Herbst besonders gerne nähe – und vor allem trage.
Und glaubt mir, ich musste mich wirklich zurückhalten, denn bei all den Neuheiten, die im Laden eingetroffen sind, hätte ich euch problemlos die Hälfte des Geschäfts zeigen können!

Siloé von Cha Coud
Baumwollpopeline: immer eine sichere Wahl
Ihr kennt meine Liebe zu Baumwolle.
Bei C’est du Joly versuchen wir immer, euch möglichst viele Naturmaterialien anzubieten, und Baumwolle gehört natürlich zu den großen Klassikern unserer Kollektionen – ganz unabhängig von der Jahreszeit.
Im Sommer verwende ich Popeline sehr gerne für Kleider, Röcke oder kleine Tops.
Im Herbst greife ich eher zu ihr für Hemden und Blusen.
Jetzt ist wirklich der perfekte Zeitpunkt, um ein schönes Hemd zu nähen, das man bei mildem Wetter noch solo tragen und später unter einer Strickjacke, einem Sweatshirt oder einer Jacke kombinieren kann, wenn die Temperaturen sinken.
Und heute sind Hemdenschnittmuster alles andere als langweilig! Es gibt jede Menge Modelle mit schönen Kragen, besonderen Ärmeln, Raffungen oder originellen Details.
Natürlich könnt ihr eine einfarbige Popeline wählen, aber ich spiele sehr gerne mit Mustern.
Streifen funktionieren zum Beispiel immer sehr gut. Es gibt sie in klassischen Farben wie Blau, Rot oder Marine, aber auch in originelleren Tönen: Rosa, Gelb, Lavendel…
Und dann gibt es noch Karos. Bei großen Karos solltet ihr einfach auf den Musterverlauf achten. Aber man kann auch ein bisschen tricksen! Wenn man bestimmte Schnittteile zum Beispiel im schrägen Fadenlauf zuschneidet, entsteht ein schöner diagonaler Kontrast, und man muss nicht unbedingt jedes einzelne Motiv exakt ausrichten.

Eyra von Instinct Couture

Sirine von Cha Coud
Japanische Stoffe, natürlich!
Konnte ich über meine Lieblingsstoffe sprechen, ohne japanische Stoffe zu erwähnen? Natürlich nicht!
Ihr wisst, wie sehr ich sie liebe. Und vor allem sollte man nicht denken, dass japanische Stoffe nur für kleine Accessoires geeignet sind. Je nach Grammatur kann man wirklich sehr viele Kleidungsstücke daraus nähen.
Die feinsten japanischen Baumwollstoffe, die einer Popeline ähneln, sind wunderschön für Hemden und Blusen.
Ich liebe besonders Muster, die aus der Ferne relativ zurückhaltend wirken und erst aus der Nähe eine kleine Überraschung zeigen. Darin sind die Japaner besonders gut: ein unerwartetes Detail in einem Motiv zu verstecken.
Und dann gibt es die dickeren, strukturierten japanischen Baumwollstoffe. Die sollte man wirklich für Kleidung verwenden! Ein schöner japanischer Indigo-Baumwollstoff kann zu einer Hose, Latzhose, Shorts, einem Overall oder sogar einem etwas strukturierteren Hemd werden.
Traditionelle japanische Muster und Indigos geben einem Nähprojekt unglaublich viel Charakter, ohne dass es schwierig zu tragen wird. Ich liebe das.

Sanaz von Coralie Bijasson

Herrenhemd aus japanischen Stoffen
Baumwolljacquard: der kleine elegante Akzent
Hier ist ein Material, das ich sehr liebe und das trotzdem nicht immer leicht zu finden ist: Baumwolljacquard.
Das Besondere daran ist, dass das Muster nicht einfach auf den Stoff gedruckt wird. Es entsteht direkt beim Weben. Und das verändert alles!
So erhält man einen Stoff mit viel Struktur und einer sofort deutlich hochwertigeren, fast luxuriösen Wirkung.
Was ich an manchen Jacquards ebenfalls besonders mag: Die Rückseite ist genauso interessant wie die Vorderseite. Das Motiv erscheint dort als Negativ, sodass man wirklich mit beiden Stoffseiten spielen kann.
Stellt euch eine Bluse vor, die hauptsächlich mit der Vorderseite des Stoffes genäht ist, während Manschetten oder eine Tasche aus der Rückseite gearbeitet werden… Genau solche kleinen Details geben einem Nähprojekt sofort unglaublich viel Persönlichkeit.
Ich finde, Jacquard passt besonders gut zu Blusen mit Vintage-Inspiration, mit Raffungen, Falten oder hübschen Kragen.
Ganz ehrlich: Wenn ihr noch nie Baumwolljacquard genäht habt, probiert es aus!



Entdeckt all unsere schönen Jacquards hier
Baumwollsatin für fließendere Blusen
Ein weiteres Material, das ich euch schon für den Sommer vorgestellt hatte und das ich gerne in meiner Herbstauswahl behalte: Baumwollsatin.
Ich finde diesen Stoff besonders interessant, weil er einen fließenderen, leicht glänzenden Fall ermöglicht und dabei trotzdem aus dem Naturmaterial Baumwolle besteht.
Er ist also eine hervorragende Alternative, wenn man eine Bluse mit vielen Falten oder Raffungen nähen möchte, aber nicht unbedingt mit einer Viskose kämpfen will, die ständig in alle Richtungen rutscht.
Baumwollsatin lässt sich viel leichter kontrollieren.
Im Herbst liebe ich besonders tiefe, kräftige Farben: Petrol, Rost, Orange, Granat…
Allein beim Anblick dieser Farben bekomme ich schon Lust, meine Schnittmuster herauszuholen!

Roslyn von Mimoï

Roséa von Atelier Brizane
Und mit einer schönen dunklen Hose und einer Bluse aus Baumwollsatin in einer Herbstfarbe… ganz ehrlich, das sieht großartig aus.
Denim: daran kommt man nicht vorbei
Kommen wir nun zum unteren Teil der Garderobe. Und natürlich muss ich über Denim sprechen.
Ich erzähle euch regelmäßig von meinen Hosen, daher konntet ihr euch wahrscheinlich denken, dass Denim ziemlich schnell in dieser Auswahl auftauchen würde!
Denim ist unglaublich vielseitig. Natürlich kann man daraus Hosen oder Jeans nähen, aber auch Röcke, Overalls, Latzhosen oder Trägerkleider.
Und je nach Dicke und Geschmeidigkeit kann das Ergebnis völlig unterschiedlich ausfallen.
Ich liebe Trägerkleider aus Denim besonders im Herbst. Solange es noch mild ist, kann man sie mit einem einfachen T-Shirt tragen und später, wenn die Temperaturen sinken, mit einem Rollkragenpullover kombinieren.
Genau so ein Kleidungsstück begleitet einen durch die ganze Saison.

Sienna von Atelier Jumadi

Agathe von Cha Coud
Feincord: Herbst pur
Wenn es ein Material gibt, das mich sofort an den Herbst denken lässt, dann ist es Feincord.
Einfarbig oder gemustert – es ist wirklich ein großartiger Stoff für Hosen, Shorts, Röcke oder Kleider.
Ich habe mehrere Kleidungsstücke aus Cord, die ich sehr gerne wieder hervorhole, sobald die Temperaturen sinken.
Und vor allem: Traut euch ruhig an gemusterten Cord.
Man denkt manchmal, bei diesem Material müsse man unbedingt sehr klassisch bleiben, dabei kann ein schön bedruckter Cord ein absolut wunderschönes Kleid ergeben.
Ich hatte übrigens einmal eines genäht und ins Schaufenster des Ladens gehängt… und mehrere Leute kamen herein, nur um zu fragen, ob sie es kaufen könnten.
Tut mir leid, das war meins!
Aber ich kann euch beibringen, wie man es näht. 😉

Caroline von Atelier des premières

Cléo von Fibremood
Gabardine für unsere Hosen und Röcke
Auch für Hosen, Röcke und strukturierte Kleider solltet ihr an Gabardine und Baumwollköper denken.
Eine klassische Gabardine gibt eurem Kleidungsstück mehr Stand.
Heute findet man aber auch sehr schöne, weichere oder leicht angeraute Gabardinen mit beinahe etwas Wolligem.
Damit kann man eine Bundfaltenhose mit deutlich fließenderem Fall nähen und trotzdem genügend Struktur behalten.
Für eine schöne Herbsthose ist das wirklich ein Material, das ich sehr gerne mag.

Astau von Atelier Brizane
Viskose bleibt dabei
Nur weil der Sommer vorbei ist, müssen wir unsere Viskosestoffe noch lange nicht wegräumen! Ganz im Gegenteil.
Eine Stretch-Viskose mit etwas Gewicht kann absolut großartig für ein Übergangskleid oder eine fließende Hose sein.
Für eine Palazzo-Hose zum Beispiel mag ich dieses Material sehr.
Der Fall bleibt schön fließend, während der Stretch zusätzlichen Komfort bietet, wenn man sich hinsetzt, die Knie beugt oder sich bewegt.
Und natürlich bleiben feinere Viskosen perfekt für all die kleinen Blusen, die wir zu unseren Herbsthosen tragen werden.
Eine schwarze Hose, dazu eine hübsche, leicht luftige Bluse hineingesteckt… das funktioniert immer.

Kallima von Laetietlea

Linger von Maison Fauve
Und jetzt: Zeit für Maschenware!
Über Herbstnähen zu sprechen, ohne Maschenstoffe zu erwähnen, ist eigentlich unmöglich.
Der erste unverzichtbare Klassiker ist natürlich Baumwolljersey.
Denn ein gutes T-Shirt gehört zu den Kleidungsstücken, die man im Herbst am einfachsten trägt: solo, solange es mild ist, und unter einer Strickjacke, einem Sweatshirt oder einer Jacke, wenn die Temperaturen sinken.
Natürlich kann man das klassische T-Shirt mit Rundhalsausschnitt nähen, aber inzwischen gibt es unglaublich viele Schnittmuster mit viel interessanteren Details: eckige Ausschnitte, Wasserfallausschnitte, kleine Schleifen, Teilungsnähte…
Und für mich gibt es einen äußerst wichtigen Punkt bei der Wahl eines Jerseys: seine Qualität und seine Fähigkeit, in die ursprüngliche Form zurückzukehren.
Ein Jersey von schlechter Qualität kann sich beim Dehnen schnell verformen. Und manchmal denken wir, wir könnten Jersey nicht nähen, obwohl das Problem einfach am Stoff liegt! Deshalb achte ich besonders darauf, wenn wir die Jerseys auswählen, die wir im Laden anbieten.
Und im Herbst kann ich einem schönen Streifen für ein Bretonshirt einfach nicht widerstehen.
Ein Bretonshirt mit Jeans… zeitloser geht es kaum.

Envie von Coralie Bijasson

Mamma mia von Mimoï

Top 004 von DP Studio
Viskosejersey und Bambusjersey für mehr Fließfähigkeit
Wenn ihr mehr Fließfähigkeit möchtet, denkt auch an Viskosejersey oder Bambusjersey.
Sie eignen sich besonders gut für Modelle, die einen schönen Fall brauchen.
Für ein T-Shirt mit Wasserfallausschnitt zum Beispiel ist das genau die Art von Stoff, die ich gerne verwende.
Der Stoff fällt ganz natürlich und bildet die im Schnitt vorgesehenen schönen Drapierungen viel leichter.

Emno von Coralie Bijasson

Pack My girl von Sewing Soon
French Terry oder angerauter Sweat?
Nach dem T-Shirt kommt natürlich der Sweatstoff; und hier haben wir zwei große Möglichkeiten.
French Terry ist perfekt für die Übergangszeit. Er spendet etwas Wärme, ohne zu dick zu werden.
Angerauter Sweat hat dagegen diese herrlich weiche Innenseite, die fast wie ein dünnes Fleece wirkt. Er schließt mehr Luft ein und hält dadurch deutlich wärmer.
Die Wahl hängt vor allem davon ab, wo ihr wohnt… und wie gut ihr persönlich Kälte vertragt!
Natürlich kann man daraus Sweatshirts nähen, aber denkt auch an Herbst- und Winterpyjamas.
Und um eure unifarbenen Stoffe zu nutzen: Warum nicht ein Sweatshirt im Color-Block-Stil nähen? Ein paar gut gewählte Farben und ein eher schlichtes Schnittmuster können ein richtig schönes Ergebnis ergeben.

Sweat Sixteen von Sew la Jupe

Sweat butterfly von Clématisse pattern
Steppstoff: mein Favorit für Jacken
Zum Schluss noch ein Material, das ich liebe: Steppstoff.
Er ist wirklich großartig für kleine Jacken und Westen für die Übergangszeit.
Und wenn der Stoff wendbar ist, ist es noch besser, denn dann kann man mit beiden Seiten spielen und schöne Kontraste schaffen.
Einige unserer Steppstoffe haben eine eher florale Seite und eine grafischere Rückseite. Andere fühlen sich besonders weich an oder bestehen aus Musselin.
Und ganz wichtig: Bewahrt eure Stoffreste auf!
Ich habe zum Beispiel aus den Resten einer Steppjacke eine Laptophülle genäht. Da der Stoff bereits gesteppt war, musste ich nicht einmal zusätzliche Einlage oder Wattierung hinzufügen.
Eine Jacke mit passender Hülle: Ich liebe es!

Tina von Dress your Body
Und jetzt… was nähen wir?
Das war meine Auswahl an Lieblingsstoffen für unsere Herbstnähprojekte.
Mit Popeline, japanischen Baumwollstoffen, Jacquards, Baumwollsatin, Denim, Cord, Gabardine, Viskose, Jerseys, Sweatstoffen und Steppstoffen… an Ideen mangelt es wirklich nicht!
Und natürlich bleibt die Auswahl immer das Schwierigste.
Wenn ihr das perfekte Schnittmuster für euren Stoff sucht, schaut euch auch unsere Auswahl an PDF- und Papierschnittmustern auf der Website an. Es gibt mehrere Tausend davon, also bin ich sicher, dass ihr fündig werdet.
Und wenn ihr gerne loslegen möchtet, aber lieber begleitet werdet, bieten wir auch zahlreiche Kurse und Workshops in Ixelles und Woluwe-Saint-Lambert an – sowohl zu festgelegten Projekten als auch als freies Atelier, in dem ihr mit uns an eurem eigenen Nähprojekt arbeiten könnt.
Und jetzt sagt mir: Welchen Stoff möchtet ihr diesen Herbst am liebsten nähen?
Ich habe selbst schon wieder viel zu viele Ideen… wie immer!
An die Nadeln!

