Wenn man Jacquard hört, denkt man oft an den gestrickten Pullover mit Karomuster... und doch bezeichnet dieser Begriff heute viele ganz unterschiedliche Stoffe, sowohl gewebte als auch gestrickte.
Also, bereit, diese Stoffe zu entdecken? Los geht's!
Definition
Der Begriff Jacquard-Stoff umfasst Stoffe, deren Muster nicht durch Druck (oder Färbung) entstanden sind, sondern durch Weben oder Stricken. Diese so hergestellten Gewebe sind bekannt für ihre Schönheit, Vielfalt und weil sie als edlere Stoffe gelten.
Diese Stoffe können sehr einfache Muster aufweisen (wie geometrische Formen, Punkte...) aber auch äußerst komplexe Muster wie Landschaften, Porträts... Stellen Sie sich vor, wie viele verschiedene Garnfarben dafür zusammenkommen müssen, um diese Meisterleistung zu vollbringen!
Ein wenig Geschichte
Das Wort Jacquard stammt aus dem Französischen, genauer gesagt aus Lyon. Es kommt aus dem 19. Jahrhundert, als Joseph-Marie Jacquard 1801 diese revolutionäre Maschine erfand: den Jacquard-Webstuhl.
Diese mechanische Maschine hatte das Ziel, die Produktion zu beschleunigen und gleichzeitig die Kinderarbeit zu reduzieren. Man kann sich vorstellen, dass diese Maschine von Familien, deren Lebensunterhalt nur durch Textilarbeit möglich war, nicht gut aufgenommen wurde. So kam es 1831 zu den Aufständen der Canuts (so nennt man die Weberarbeiter). Diese Canut-Revolution markierte die ersten Volksaufstände der industriellen Ära.
Trotz dieser Aufstände wurde der Jacquard-Webstuhl zum Standard. Damals verfügte der Webstuhl über ein Lochkartensystem, mit dem das Muster erstellt wurde. Das ist auch heute noch so: Wenn Sie stricken und einen Jacquard-Pullover herstellen wollen, müssen Sie dem Punktmuster folgen.
Heute ähnelt der Jacquard-Webstuhl noch sehr der ersten Version von 1801, obwohl sich die Designtechnik mit dem Einsatz von Computern stark modernisiert hat.
Und heute?
Heutzutage wird Jacquard (gewebt) besonders in der Dekoration sehr geschätzt, für prächtige Wandbehänge, Kissen, zum Beziehen von Sesseln... aber auch die Bekleidungsbranche greift immer mehr auf dieses schöne Material zurück, sowohl gewebt als auch gestrickt. Man sieht immer mehr Jacken, Kleider, Röcke, Shorts oder Oberteile aus hübschen Jacquards. Auch Accessoires kommen nicht zu kurz, denn Taschen und Clutches aus Jacquard sind sehr schick und trendy.
Man findet auch viele gestrickte Jacquards mit modernen und trendigen Mustern, die sich radikal von den traditionellen Rautenmuster unterscheiden.
Wichtige Hinweise
Jacquard ist eine Web- und Stricktechnik. Das bedeutet auch, dass Jacquard aus verschiedenen Materialien gewebt werden kann: Baumwolle, Polyester, Leinen, Wolle, Seide… Es ist daher sehr wichtig zu prüfen, welche Materialien für den Stoff verwendet wurden, sowohl aus ökologischer Sicht als auch für Ihren Geldbeutel.
Zweiter wichtiger Punkt: Ein Jacquard hat ein Muster sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite, da es in der Masse gefärbt ist. Die Rückseite ist oft das Negativ der Vorderseite. Wenn man Ihnen einen „Jacquard“-Stoff mit einem andersfarbigen oder einfarbigen Hintergrund verkaufen will, gehen Sie besser weiter... Nur zur Info...
So, ich hoffe, Sie wissen jetzt ein bisschen mehr über Jacquard, dieses schöne und edle Material.

