Bei dieser Hitzewelle kam die Veröffentlichung von Aënor von Sewing Soon genau zur richtigen Zeit... Ich suchte nach Schnitten für die Stoffe, die ich aus Japan mitgebracht hatte, und wurde wirklich fündig!
Mein neues Schürzenkleid ist perfekt für Temperaturen um 30 °C, denn Aënor ist ein Kleid oder ein Playsuit/Jumpsuit, der wunderbar luftig ist: ein echtes Vergnügen! Ich glaube, ich werde es den ganzen Sommer tragen.
Wir tauchen also in dieses neue Nähabenteuer ein und entdecken gemeinsam einen Schnitt, der euren Sommer retten könnte – nach dem Badeanzug natürlich 😂!
Das Modell
Ich war von Aënor sofort begeistert, als Virginia mir den Schnitt für den Shop schickte.
Was hat mich überzeugt?
Dass es ein leichtes Schürzenkleid für den Sommer ist und zusätzlich als Playsuit und langer Jumpsuit genäht werden kann – ein echtes Plus!
Aënor ist also ein „Schürzen“-Kleid oder -Jumpsuit. Das bedeutet: keine Seitennähte und ein Verschluss in zwei Schritten vorne und hinten mit Bindebändern. Zuerst wird das Vorderteil hinten gebunden. Danach wird das Rückenteil nach vorne gelegt und dort gebunden. So lässt sich die Weite im Laufe des Tages bequem anpassen 😉 – oder nach einem etwas zu üppigen Aperitif 😂.
Das bustierartige Oberteil wird durch Prinzessnähte angepasst und für besonders schöne Verarbeitung vollständig gefüttert. Virginia hat je nach Größe zwei unterschiedliche Körbchentiefen für die Prinzessnähte vorgesehen – sehr praktisch sowohl bei kleinerer als auch bei voller Brust.
Das Bustier wurde feminin, aber zugleich mit guter Brustabdeckung konstruiert. Die seitliche Überlappung ist etwas ausgeschnitten und je nach BH-Form kann etwas davon sichtbar sein; mit einem hautfarbenen BH ist das kein Problem. Aënor kann auch ohne BH getragen werden.
Aënor gibt es in 3 VERSIONEN:
- VERSION A: Schürzenkleid mit gerafftem Rock. Die Raffungen sorgen für eine ausgeprägt siebzigerartige Silhouette und Volumen an der Taille; hier ist die Stoffwahl wichtig.
- VERSION B: Schürzenkleid mit ausgestelltem Tellerrock. Die Linie ist schlichter und körpernäher, mit einer klareren Taille.
- VERSION C: Schürzen-Jumpsuit bzw. Playsuit mit weitem Hosenbein oder Shorts, vorne und hinten mit Abnähern. Verschluss vorne mit Knöpfen.
VERSIONEN A und B können als MINI (über dem Knie), MIDI (Wadenmitte) oder MAXI genäht werden.


Praktische Informationen zum Nähen
Aënor wurde von Virginia von Sewing Soon entworfen. Ich mag ihre Arbeit sehr; meinen Artikel über das My-Girl-T-Shirt, das zu einem Basic meiner Garderobe geworden ist, findet ihr hier.
Aënor ist als PDF erhältlich. Die Schnittbögen für die unterschiedlichen Versionen sind sehr leicht zu verstehen und zusammenzusetzen. Die Anleitung ist klar und die einzelnen Versionen sind eindeutig gekennzeichnet.
Der Schnitt ist in den Größen 34 bis 50 erhältlich.

Im Nähkorb
Aënor wird aus Webstoffen genäht. Je nach Stoffwahl kann die Wirkung fließend, romantisch oder stärker strukturiert sein.
Mit fließenden bzw. schwer fallenden Stoffen wie Tencel oder Viskose entsteht ein weicher, fast wie eine zweite Haut fallender Look mit kontrolliertem Volumen. Festere und dichtere Stoffe wie Baumwollpopeline, Chambray, Lochstickerei oder Leinen ergeben eine strukturiertere Silhouette mit etwas mehr Volumen.
Für VERSION A mit gerafftem Rock empfiehlt Virginia einen feinen, weichen bzw. fließenden Stoff, damit nicht zu viel Volumen entsteht; empfohlen sind maximal 120 g/m².
Für das Futter des Oberteils eignen sich Batist, Baumwollvoile oder Baumwollsatin.
Die Stoffmengen findet ihr in der Tabelle unten.
Hinweis: Bei einem Stoff mit eindeutiger Musterrichtung können die Schnittteile nicht gegengleich „Kopf an Fuß“ aufgelegt werden. Dann benötigt ihr mehr Stoff als bei einem richtungslosen Muster. Die Mengen sind für jede VERSION/VARIANTE nach Stoff und Größe angegeben.

Meine Materialien
Ich konnte nicht widerstehen: Nachdem mein Probeteil des Oberteils in Größe 36 bestätigt war, schnitt ich direkt in den ersten japanischen Stoffcoupon, den ich aus Japan mitgebracht hatte! Wenn ihr sehen möchtet, was ich alles mitgebracht habe, schaut auf unserem YouTube-Kanal vorbei und abonniert ihn, damit ihr nichts verpasst 😉.
Japanische Popeline funktioniert für dieses Modell wirklich hervorragend und ist sehr angenehm zu tragen.
Für das Futter des Oberteils und die Bindebänder habe ich unifarbene Baumwollpopeline genommen. Meine 2 m japanischer Stoff waren beim Zuschnitt maximal ausgereizt und für die Bänder blieb nicht genug Länge übrig. Eigentlich gefällt mir der Kontrast der unifarbenen Bänder zum üppigen Blumenmuster sogar besonders gut.
Dazu kamen orangefarbenes Nähgarn und Overlock-Konen.
Mehr braucht man für Aënor nicht!


Technische Punkte
Aënor ist ab mittlerem Nähniveau geeignet. Auch motivierte Anfänger können sich – besonders mit Begleitung – an das Modell wagen.
Beim Nähen begegnen euch folgende Techniken:
- Oberteil und Prinzessnähte nähen
- Träger und Bindebänder herstellen
- vorderes und hinteres Futter zusammensetzen und befestigen, dabei auf Träger und Bänder achten
- Rockbahnen zusammennähen
- Säume
Nichts davon ist unüberwindbar, aber sorgfältiges Arbeiten ist wichtig. Das technische Heft ist sehr detailliert und wirklich einfach zu befolgen.



Meine Näherfahrung
Ich habe Version B gewählt: das Kleid mit ausgestelltem Rock. Größe 36 passt mir bei Sewing Soon am besten. Beim Playsuit hätte ich für den unteren Bereich anhand meiner Maße vermutlich bis Größe 40 gradiert. Schaut euch vor dem Start also unbedingt die Maßtabelle an.
Ich habe ein Probeteil des Oberteils genäht, um die Brusttiefe zu überprüfen und die Prinzessnähte gegebenenfalls anzupassen. Am Ende habe ich die Rundung der Prinzessnähte leicht reduziert, damit sie besser meiner Brustform entspricht.
Was für ein Vergnügen, in neue Stoffe zu schneiden! Zuschneiden ist mein Lieblingsmoment beim Nähen – dieses typische Geräusch einer Schneiderschere, die durch Stoff gleitet... Zum Glück konnte ich die Teile gegengleich auflegen, denn mein Coupon war nur 2 m lang und 110 cm breit. Das war echtes Tetris 😂.
Beim Nähen selbst hatte ich keinerlei Schwierigkeiten. Virginias Anleitung ist extrem vollständig. Ich hatte zunächst Sorge, zwischen den PDF-Seiten nicht die richtigen Schnittteile für meine gewünschte Version zu finden. Tatsächlich ist aber alles so klar erklärt, dass ich nur die Bögen für Version B zusammensetzen musste. Vor dem Drucken lassen sich genau die Seiten auswählen, die für die gewünschte Version gebraucht werden.

Ich liebe mein Kleid, ich liebe den Stoff und fühle mich darin richtig wohl.
Die Frage ist also nicht „Hat es mir gefallen?“, sondern vielmehr: Wage ich mich jetzt an den Playsuit 😂?
Was meint ihr?
Alle Schnittmuster von Virginia/Sewing Soon findet ihr hier.
Alle unsere wunderschönen japanischen Stoffe findet ihr hier.
Also, legen wir los? An die Nadeln!


