Entdeckung der Sashiko-Garne

Ihr wisst nicht, welchen Faden ihr für eure Sashiko-Stickerei wählen sollt?
Keine Sorge, damit seid ihr ganz sicher nicht allein! Das ist DIE Frage, die wir im Laden und in unseren Einführungskursen zur traditionellen japanischen Stickerei – dem berühmten Sashiko – am häufigsten hören: „Aber Eugénie, mit welchem Faden sticke ich denn?!“

Deshalb möchte ich euch heute alles zeigen: alle Marken, alle Serien und all die kleinen Besonderheiten unserer Sashiko-Fäden. Und glaubt mir: Das sind eine ganze Menge!

Wir sind wirklich stolz darauf, hier in Brüssel eine so große Auswahl zusammengestellt zu haben. Und die gute Nachricht: Wir versenden in ganz Europa. Egal ob ihr in Frankreich, den Niederlanden oder Deutschland seid, ihr könnt ganz bequem von zu Hause bestellen. Bevor wir jedoch in die einzelnen Marken eintauchen, möchte ich kurz erklären, was Sashiko eigentlich ist und warum die Wahl des Fadens dabei so wichtig ist. Denn nein: Man nimmt nicht einfach irgendeinen Faden und legt los!


Was ist Sashiko?

Sashiko (刺し子) ist eine jahrhundertealte Form der japanischen Stickerei, bei der kleine, gleichmäßige Stiche – häufig in geometrischen Mustern – gesetzt werden. Die Technik entstand in der Edo-Zeit und wurde ursprünglich verwendet, um abgetragene Arbeitskleidung zu reparieren, zu verstärken und zu wattieren. Heute ist Sashiko sehr beliebt, um Textilien auf nachhaltige Weise zu individualisieren oder zu reparieren.

Der Name bedeutet wörtlich „kleine Stiche“, denn die Technik basiert auf einem fortlaufenden Vorstich. Traditionell werden geometrische Muster wie Seigaiha-Wellen oder Asanoha-Sterne mit weißem Baumwollfaden auf indigoblauem Stoff gestickt.

Warum bieten wir spezielle Sashiko-Fäden an?

Mit echtem Sashiko-Faden statt Perlgarn erhält man ein authentischeres und traditionelleres Ergebnis. Sashiko-Faden ist matt, nicht mercerisiert und nur leicht gezwirnt. Dadurch kann er sich etwas abflachen und schön mit dem Stoff verbinden. Anders als Perlgarn ist er speziell darauf ausgelegt, häufiges Waschen und Reibung auszuhalten.

Die Optik: Perlgarn ist stark gezwirnt und glänzend und reflektiert das Licht. Sashiko-Faden ist dagegen matt und wirkt dadurch weicher und rustikaler.

Die Fadenstruktur: Sashiko-Faden ist weniger fest verzwirnt als Perlgarn. Dadurch wirkt er nach dem Sticken voller und weicher. Beim Waschen verbinden sich die Fasern zudem leicht miteinander, wodurch die Stiche noch schöner im Stoff sitzen.

Die Haltbarkeit: Sashiko war ursprünglich eine Reparatur- und Verstärkungstechnik. Entsprechend ist der Faden robust und langlebig genug für den täglichen Gebrauch.

Auch das Gleiten des Fadens beeinflusst den Stickkomfort enorm. Ein Faden, der ständig reibt oder sich verheddert, macht schnell keinen Spaß mehr. Ein hochwertiger japanischer Faden gleitet dagegen Stich für Stich angenehm durch den Stoff.

Und schließlich gibt es noch die traditionelle Dimension: Echte japanische Fäden zu verwenden, die seit Generationen speziell für diese Technik entwickelt werden, bedeutet auch, dieses Handwerk zu respektieren und weiterzuführen.

Genau deshalb machen wir beim Faden keine halben Sachen: Wir wollten euch eine echte Auswahl mit mehreren Marken, verschiedenen Stärken und vielen Farbwelten bieten, damit jede und jeder genau DEN Faden findet, der zum eigenen Projekt passt. Los geht’s mit der Übersicht!


Welche Fadenmarken bieten wir an?

Bei C'est du Joly führen wir drei Fadenmarken. Alle stammen aus Japan und stellen Fäden speziell für Sashiko her. Uns ist wichtig, euch möglichst dasselbe Material anzubieten, das ihr auch in Japan finden könntet.

Unsere ausgewählten Marken sind Olympus, Daruma und Cosmo.

Olympus-Fäden

Olympus wurde 1908 in Nagoya gegründet und konzentrierte sich zunächst auf die Herstellung von Nähgarnen und Baumwollfäden. Im Laufe der Jahrzehnte baute das Unternehmen seine Kompetenz immer weiter aus.

Zum Beispiel:
- 1919 wurde eine Fabrik für Veredelung und Färbung gebaut;
- 1955 begann der Verkauf von Sticksets und Kogin-Stickgarnen;
- 1979 startete der Verkauf von Sashiko-Fäden und Sticksets;
- 1986 begann der Verkauf von Hana-Fukin.

Olympus ist ein über hundert Jahre altes Unternehmen, dessen Know-how auf Handarbeiten mit Faden beruht. Dass Olympus heute zu den führenden Marken für Sashiko in Japan gehört, ist also kein Zufall.

Welche Olympus-Fäden gibt es?

Die Uni-Farben sind als 20-m- und 100-m-Stränge erhältlich.

20 m sind perfekt, wenn ihr in einem Projekt verschiedene Farben kombinieren möchtet. 100 m eignen sich ideal, wenn ein ganzes Stück in nur einer Farbe bestickt werden soll.

Die Pastellserie ist eine Neuheit, die wir besonders lieben – etwa für natürliche Motive wie Sakura-Blüten: viele Rosa- und Lilatöne für wunderschön weiche Farbverläufe.

Die melierten bzw. Verlaufsgarne wechseln beim Sticken die Farbe. Sie verleihen insbesondere geometrischen Motiven viel Tiefe und wirken zum Beispiel bei einer Jeansreparatur fantastisch.

Die metallische Serie enthält einen Glanzfaden und sorgt für einen festlichen Lichtakzent. Wir verwenden sie gern auf unseren Sashiko-Weihnachtspanels: perfekt für Sterne am Baum oder glitzernden Schnee. ✨ (Ja, wir wissen, dass Sommer ist – aber ein Weihnachtspanel will vorbereitet sein!)

Daruma-Fäden

Daruma wurde 1901 mit dem Ziel gegründet, hochwertige Fäden herzustellen, weil die damals erhältlichen Produkte häufig von schlechter Qualität und für Verbraucher schwierig zu verwenden waren.

Dieser Qualitätsanspruch blieb auch bei der weiteren Entwicklung der Marke erhalten. 1951 wurde Daruma bereits in ganz Japan vertrieben und in vielen Haushalten sowohl zum Nähen als auch zum Sticken verwendet.

Als Häkeln und Stricken in Japan immer beliebter wurden, begann Daruma 1955 zudem mit der Herstellung von Woll- und Baumwollgarnen und entwickelte dieses Sortiment in den folgenden Jahrzehnten weiter.

Heute ist Daruma nach wie vor eine wichtige japanische Marke, und fast jeder japanische Haushalt kennt Fäden dieses Herstellers.

Welche Daruma-Fäden bieten wir an?

Bei Daruma gibt es zwei Arten von Karten:

- Weiße Karten: etwas dickere Fäden für die klassische traditionelle Sashiko-Stickerei, wie man sie häufig in sozialen Netzwerken sieht.

- Schwarze Karten: feinere Fäden, perfekt für Hitomezashi mit seinen kleinen, sich wiederholenden und filigranen Mustern. Hier sorgt ein dünnerer Faden für ein besonders schönes Ergebnis.

Ein kleines, typisch japanisch praktisches Detail: Jede Karte hat eine Kerbe, in der der Faden nach Gebrauch fixiert werden kann. So wickelt er sich nicht mehr in der Sticktasche ab!


Cosmo

1933 gründete Naozo Nomura in Kyoto ein Handelsunternehmen, das zunächst auf Import und Verkauf von Alltagsprodukten und später auf Stoffe und Stickspitzen spezialisiert war. Er arbeitete übrigens viel mit Frankreich zusammen 😊.

Um 1950, nach dem Krieg, begann das Unternehmen mit einer eigenen Stickereiproduktion und Vermarktung. Heute produziert Cosmo weiterhin Spitzen, Stickgarne und natürlich Sashiko-Fäden.

Welche Cosmo-Fäden führen wir?

Auf diese Marke sind wir besonders stolz, denn selbst in Japan ist sie nicht überall leicht zu finden. Nicht jede Kurzwarenhandlung führt sie – wenn ihr also mit Cosmo stickt, seid ihr schon echte Kennerinnen und Kenner 😉!

Die Farben ergänzen unsere Olympus- und Daruma-Sortimente wunderbar, darunter auch Fluoreszenztöne, die man sonst kaum findet.

Es gibt Fäden mit winzigen farbigen Punkten – perfekt, wenn ihr nicht komplett in Weiß sticken, sondern nur einen dezenten Farbakzent setzen möchtet. Ich habe sie auf unseren Weihnachtspanels getestet und für gut befunden!

Die sehr feinen Farbverläufe verändern sich so sanft, dass man den Übergang kaum wahrnimmt.

Die „sandigen“ Fäden kombinieren leicht unterschiedliche Farbtöne und erzeugen dadurch einen besonders eleganten Melange-Effekt.

Ein weiterer praktischer Unterschied: Cosmo-Fäden werden auf kleinen Spulen verkauft, anders als die Olympus-Stränge.


Ganz ehrlich: Mit Olympus, Daruma und Cosmo haben wir meiner Meinung nach eines der schönsten Sashiko-Fadensortimente Belgiens – wenn nicht sogar Europas.

Habe ich eine Empfehlung, welchen Faden ihr wählen solltet?

Bin ich wirklich objektiv? Ich mag alle drei Marken sehr, und ihre Sortimente wachsen ständig und ergänzen sich wunderbar für meine verschiedenen Projekte. Aber ich gebe euch trotzdem meine Einschätzung 😊.

Anfängerinnen und Anfänger kommen meist besonders gut mit den Spulen von Cosmo und den Karten von Daruma zurecht.

Wer ein feineres und filigraneres Ergebnis möchte, wird mit den dunklen Daruma-Karten glücklich. Wer dagegen den traditionelleren, matten und runderen Look bevorzugt, sollte Olympus wählen.

Und alle, die wie ich ungewöhnliche Farben lieben, werden mit Cosmo besonders viel Spaß haben.

In jedem Fall bin ich sicher, dass ihr in unserer Auswahl euren Lieblingsfaden findet!

Ihr möchtet Sashiko (oder Kogin) ausprobieren, traut euch aber noch nicht allein? Dann kommt doch zu einem unserer Workshops. Hier findet ihr das Programm.

Und wenn ihr schon sticken könnt oder allein starten möchtet, findet ihr das gesamte Material für Sashiko hier und für Kogin hier.

An die Nadeln!

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