Ein super praktischer Jumpsuit: Marie näht Hali von Named Clothing!

Diese Woche teilt Marie ihre Näh-Erfahrung mit dem tollen Jumpsuit Hali von Named Clothing mit uns!

"Ich mochte den Look von Jumpsuits schon immer. Ich finde, sie sind sehr schmeichelhaft, weil sie die Silhouette optisch strecken. Aber ich habe mir immer gesagt – wie auch bei Bodys* – »aber wie macht man das auf der Toilette!?« Geht es euch nicht auch so? Ich hatte also beschlossen, dass Jumpsuits wie Chicorée sind: Nichts für mich. (Lest bis zum Ende, wenn ihr wissen wollt, wie die Geschichte ausgeht).

Nun, diese etwas engstirnige Meinung hatte ich nur so lange, bis die Schnittmuster der Marke Named Clothing mit dem Jumpsuit Hali in der großen Schnittmuster-Bibliothek von C'est du Joly eingetroffen sind. 

Bevor wir uns auf Hali konzentrieren, möchte ich euch ein paar Worte zu dieser Schnittmuster-Marke schreiben, die uns aus Belgien vielleicht noch etwas weniger bekannt ist. Named Clothing ist eine finnische Marke, die 2013 von den zwei Schwestern Saara und Laura gegründet wurde. Als ich mehr über sie erfahren wollte, habe ich gemerkt, dass auch sie drei der Werte vertreten, die uns bei C'est du Joly am Herzen liegen: gut geschnittene, selbstgenähte Kleidung, in der man sich im eigenen Körper wohl oder besser fühlt, das ständige Lernen neuer Techniken und die Ausrichtung auf nachhaltige Mode. Die Ästhetik ist schlicht, klar und effektiv. Oft mit einem besonderen Detail, das den Look prägt – wie so oft in der skandinavischen visuellen Kunst.

 *Was Bodys betrifft: Bleibt unbedingt für den Newsletter angemeldet, denn dieses Kleidungsstück zieht bald in unsere Garderobe ein!

 So, nun aber zum brennenden Thema Jumpsuit!

 Das Modell

Das Schnittmuster Hali bietet zwei Varianten: ein großes Wickelkleid und den Jumpsuit, den ich genäht habe.

Der Wickel-Jumpsuit bietet eine spielerische Kombination aus Vorder- und Rückseite: Von hinten sieht er aus wie ein Jumpsuit, von vorne wie ein schönes Kleid. Ich kann euch sagen, das sorgt auf Partys für Überraschungseffekte!

Das Rockteil ist schön weit geschnitten, um den »Kleid«-Effekt gut zur Geltung zu bringen. Und wer mich kennt, weiß, dass lange Kleider und ich eine große Liebesgeschichte sind. Hali hatte also definitiv viele Vorzüge, um mich zu überzeugen.

Das Kleidungsstück ist mit Designelementen ausgestattet, die für eine tolle Passform sorgen: eine Passe im Rücken und Brustabnäher. Zudem kann man es mit den Bändern des Wickelbereichs mehr oder weniger körpernah tragen. Die Ärmel sind weit und kurz, und das Kleidungsstück hat in die Naht eingearbeitete Taschen.

Bei der Kleid-Variante hat der Rock ein Volant, das diesem Teil des Kleides wunderbare Dynamik verleiht.

Beide Versionen verfügen über in die Naht eingearbeitete Taschen, die so praktisch sind!

Praktische Informationen zum Nähen des Modells

Hali ist ein PDF-Schnittmuster, das im Shop erhältlich ist und eine wirklich große Größenspanne abdeckt: Es reicht von Größe 32 bis 56.

Es wird aus Webware in leichter bis mittelschwerer Qualität zugeschnitten. Je nach gewünschtem Effekt könnt ihr euch für einen Stoff mit wenig Fall oder einen leicht fließenden Stoff entscheiden. Stoffe für Blusen oder Kleider aus Baumwolle, Leinen, Tencel und Viskose werden empfohlen. Aber meiner Meinung nach: Wenn ihr den Jumpsuit vor eurem geistigen Auge aus einer japanischen Baumwolle seht, die etwas Stand hat, zögert nicht. Das Kleidungsstück wird dadurch strukturierter und der Effekt ebenso umwerfend!

Im Nähkörbchen

•      Der Stoff: Je nach gewählter Größe und Stoffbreite benötigt ihr zwischen 2,40 m und 3,50 m bei einer Breite von 140 cm und zwischen 3,70 m und 4,50 m bei einer Breite von 110 cm.

•      Die Bänder für das Wickelteil: Sie können aus 3,5 cm breiten Bändern gefertigt werden. Achtet darauf, ein Material zu wählen, das sich nicht verzieht. Bevorzugt eher Ripsbänder. Wenn ihr euch dafür entscheidet, sie aus eurem Hauptstoff zu nähen, denkt daran, sie im Zuschneideplan zu berücksichtigen: Die Bänder sind dort nicht enthalten, da das Material als Kurzwaren eingeplant ist.

•      Eine auf euren Stoff abgestimmte Bügeleinlage: Sie verhindert das Ausdehnen bestimmter Kanten des Kleidungsstücks: die Tascheneingriffe und den gesamten Ausschnitt (die schrägen Kanten vorne und der Halsbereich im Rücken).

•      Und natürlich das passende Nähgarn.

Meine Materialien

Ich habe meinen Jumpsuit aus einem super angenehm zu tragenden Leinen-Viskose-Gemisch genäht. Es handelt sich um den Stoff »Magnolia forever« in Fuchsia und Petrol. Dieser ist inzwischen ausverkauft, aber das Muster ist weiterhin in der Farbkombination Anis und Dunkellila erhältlich.

Bei der Bügeleinlage habe ich mich für ein Kantenband/Nahtband entschieden. Mit seinen Verstärkungen verhindert es noch effektiver das Ausdehnen von Kanten, die Halt benötigen.

Die Bänder habe ich aus meinem Stoff genäht (ihr kennt das: Sonntagabend, man merkt, dass ein Material fehlt, will das Kleidungsstück aber UNBEDINGT noch zum Ausgehen am Abend tragen...). Mein einziger Tipp: Schneidet sie im Fadenlauf zu, damit sie dem mehrfachen Binden und Knoten standhalten.

Das verwendete Garn ist der Gütermann Allesnäher aus Polyester in Weiß 800.

Meine Version

Ich habe das Oberteil in Größe 36 und das Unterteil in Größe 40 zugeschnitten. Laut den Maßtabellen und den Maßen des fertigen Kleidungsstücks hätte ich mich für die 38 entscheiden sollen. Aber ich wollte nicht riskieren, dass der Ausschnitt klafft. Ich konnte mir das erlauben, weil die Ärmel weit geschnitten sind. Die Bewegung meiner Arme wurde dadurch also nicht eingeschränkt.

Apropos Weite: Zum großen Entsetzen von Eugénie habe ich auch die Ärmelweite ab der Achselhöhle erweitert und die Weite des Hosenbeins (ein wenig) vergrößert. Ich denke, für den nächsten Sommer werde ich das Bein noch weiter machen, aber pssst! Verratet es Eugénie nicht 😂

Angegebenes Schwierigkeitsniveau und technische Punkte

Was das Nähen angeht, weist Hali keine reinen nähtechnischen Schwierigkeiten auf. Anfängerinnen, die bereits 2 oder 3 Kleidungsstücke genäht haben, werden es problemlos schaffen. Die wahre Herausforderung liegt in der räumlichen Vorstellung der Konstruktion – und das macht super viel Spaß!

Was die Rückenpasse betrifft: Da sie schmal ist, haben die Schnittmacherinnen den Aufbau dieses Teils nicht mit der Tunneltechnik konstruiert. Die innere Rückenpasse wird um einen Zentimeter umgeschlagen und abgesteppt. Ich habe mich für die klassische Technik entschieden, weil mein Stoff es zuließ. Es war eng, hat aber geklappt!

Und dann geht es darum, den Durchblick zu behalten zwischen einem kompletten Hosenbein, einem an den Rock genähten Rückenteil und einem an das Bein genähten Vorderteil… Könnt ihr mir noch folgen?... Spaß beiseite, keine Sorge: Es ist sehr originell und die Illustrationen in der Anleitung sorgen dafür, dass man den Überblick behält. 

Mein Näh-Erlebnis

Ich fand die Fertigung wirklich toll zu nähen. Die Erklärungen sind zwar auf Englisch, aber dank der sehr klaren Zeichnungen leicht zu verstehen. Diese reichen völlig aus. Das Modell ist einfach umzusetzen und bietet gleichzeitig ein wirklich elegantes Ergebnis.

Und nun zum Ende der Geschichte: Auf der Toilette klappt alles bestens! Durch das Wickeldesign kann man den Stoff einfach zur Seite schieben, ohne das Oberteil ausziehen zu müssen ;) 

Hier findet ihr alle hübschen Schnittmuster von Named Clothing.

Wenn ihr Lust habt, das Modell mit uns zu nähen, kommt doch zu einem Workshop für freie Projekte, wir haben noch ein paar freie Plätze 😉. Alle Termine findet ihr hier.

Und? Überzeugt? An die Nadeln, fertig, los!

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