Ségolène feiert ihren 30. Geburtstag und näht zwei Outfits für sich und ihre Mama!

Dieses Jahr habe ich meinen 30. Geburtstag gefeiert und wollte mir dafür mein eigenes Outfit nähen. Los geht's, ich erzähle euch alles!

Zuerst solltet ihr wissen: Meine Lieblingsfarbe ist Blau. Deshalb lautete das Motto meiner Geburtstagsfeier „30 nuances de bleu“. Das gab bei der Stoffwahl schon die Richtung vor... Aber welcher sollte es werden: einfarbig oder bedruckt? Leinen, Baumwollsatin oder Viskose?

Ich schwankte zwischen zwei wunderschönen Viskosestoffen: „Leaf bleu“, als Stoffcoupon von 3 m, oder „Arabesques fleuries aquarellées“, einer Viskose als Meterware.

Wie bei jeder guten Entscheidungsschwierigkeit habe ich natürlich meine Kolleginnen um Rat gefragt! Ich zeigte ihnen die beiden Stoffe und hoffte auf eine Entscheidungshilfe... Doch die Abstimmung endete unentschieden! 😅 (Sie sind schließlich beide sehr schön.) Also stand ich wieder am Anfang: Letztlich musste ich mich selbst entscheiden. Aber mein Herz hatte gesprochen, und dieser Stoffcoupon hatte mich schon viel zu lange angelacht... Daher fiel meine Wahl auf den Stoffcoupon Leaf bleu! Nun musste nur noch mein ganzes Outfit daraus entstehen können... Puh! Kleiner Spoiler: Tatsächlich hat das gesamte Outfit auf den Stoffcoupon gepasst!

Denn ja, zu meinem 30. Geburtstag wollte ich von Kopf bis Fuß Selbstgenähtes tragen.

Zunächst hatte ich daran gedacht, ein Kleid zu nähen, insbesondere Linger von Maison Fauve, das ich schon einmal für eine Hochzeit genäht hatte. Den Blogartikel findet ihr hier. Wir hatten mit dem Team sogar ein kleines Video gedreht, bei dem wir viel lachen mussten!
Aber im Alltag trage ich doch nicht oft genug Kleider, und ich wollte ein Outfit nähen, das ich später wieder anziehen kann.

Dann überlegte ich, einen Jumpsuit zu nähen. Aber seien wir ehrlich: Das ist nicht immer besonders praktisch... Deshalb nähe ich so gerne Zweiteiler im Jumpsuit-Look: ein passendes Oberteil und eine Hose, die aus der Ferne wie ein einziges Kleidungsstück aussehen, tatsächlich aber zwei getrennte Teile sind. So lassen sie sich später auch einzeln tragen, was wirklich praktisch ist!

Das Oberteil: Doll von Maison Fauve

Für das Oberteil stand das Top Doll von Maison Fauve schon länger auf meiner Nähliste, und ich hatte richtig Lust darauf.

Das Top Doll hat einen schönen, weit ausgeschnittenen Rundhalsausschnitt und vor allem wunderschön drapierte Ärmel. Genau die haben mich an diesem Modell begeistert: Sie verleihen ihm seinen besonderen Charakter. Das Schnittmuster ist für Anfänger geeignet; bei einem fließenden Stoff wie Viskose ist ein mittleres Erfahrungsniveau sinnvoll.

Viskose ist wunderschön... aber nicht immer leicht zu verarbeiten! Mein kleiner Tipp, um solche Stoffe leichter zuzuschneiden: den Stoff stärken. Stärke gibt es im Supermarkt in verschiedenen Formen. Am praktischsten finde ich Sprühstärke. Sie gibt der Viskose mehr Stand und erleichtert den Zuschnitt wirklich.

Beim Nähen verwende ich außerdem eine Microtex-Nadel, um das Risiko zu verringern, den Stoff zu beschädigen oder Spuren zu hinterlassen.
Ich habe Größe 38 genäht, die mir an Schultern und Brust sehr gut passt. Am Ausschnitt hatte ich leider etwas zu viel Stoff... Wegen der knappen Zeit hatte ich vorher kein Probemodell genäht. Ich musste also direkt in meinem schönen Stoff nachbessern. Die Mehrweite am Ausschnitt habe ich mit einer Kellerfalte aufgenommen. Und letztlich... finde ich diese kleine Änderung gar nicht schlecht!

Doll als Papierschnittmuster findet ihr hier, wenn euch das Modell genauso gut gefällt wie mir. Außerdem reicht es von Größe 34 bis 52, also keine Ausreden!

Version Maison Fauve

Version von Maison Fauve

Version Ségolène

Version von Ségolène

Die selbst entworfene Hose oder „Ich kopiere mein Lieblingskleidungsstück“

Die Hose ist hingegen ein „Home Made Pattern“.
Eine Hose zu konstruieren gehört sicher zu den schwierigsten Aufgaben beim Schnittzeichnen. Deshalb bin ich von einer gekauften Hose ausgegangen, die mir sehr gut passte und recht schlicht geschnitten war... und habe sie kopiert!

Sie dient mir nun als Grundlage, an der ich alle gewünschten Änderungen vornehme, um meine eigenen Vorstellungen umzusetzen.

Für diese Hose habe ich zum Beispiel mittig vorne an jedem Bein eine große Kellerfalte und an der Taille einen Formbund gestaltet, damit die Hose dort schön anliegt.

Eine kleine Anekdote: Ich hatte dieses Modell ursprünglich für meine Abschlusskollektion entworfen. Hier habe ich es an meine Größe angepasst und zugleich alltagstauglicher gemacht. Ich liebe es: bequem und elegant zugleich!

Wenn ihr eure Kleidung ebenfalls selbst konstruieren möchtet: Wusstet ihr, dass ich Kurse im Schnittzeichnen gebe? Wir bieten auch Kurse an, in denen ihr eure Lieblingskleidungsstücke kopieren lernt... entdeckt die Kurse also gleich hier.

Pose de l'enforme

Den Formbund annähen

Le repassage est essentiel

Bügeln ist unverzichtbar

Tout comme les jolies étiquettes!

Genau wie hübsche Labels!

Und für meine Mama...

Für diesen Anlass habe ich nicht nur mein eigenes Outfit genäht, sondern auch das meiner Mama.

Für das Oberteil wählte sie das Schnittmuster Madame Maki von Studio Schnittreif und für die Hose Tomy von Clématisse Pattern.

Die Bluse Maki hat alles, was ein unkompliziertes Alltagskleidungsstück braucht: einen lockeren Schnitt, einen zarten Rundhalsausschnitt (schön mit Schrägband verarbeitet), weite Ärmel (7/8 oder kurz) und einen längeren Rücken mit einer Quetschfalte. Seitenschlitze sorgen für mehr Bewegungsfreiheit und verleihen MADAME MAKI noch mehr Stil. Ein weiterer Pluspunkt: Die Bluse hat keine Knöpfe und ist sehr einfach zu nähen! Also bestens für Anfänger geeignet! Sie reicht von XS - XXL und ist als PDF erhältlich, einfach perfekt.

Ich habe ein paar Änderungen vorgenommen, um das Modell so einfach wie möglich zu halten, denn meine Mama wollte etwas wirklich sehr, sehr Schlichtes. Deshalb ließ ich die Falte in der hinteren Mitte sowie den Schlitz am Saum unter den Armen weg. Den Ausschnitt habe ich mit einem flach nach innen gelegten Schrägband verarbeitet, für einen sauberen, unauffälligen Abschluss.

Für das Unterteil nähte ich ihr die Hosenvariante des Schnittmusters Tomy von Clématisse Pattern. Es ist ein sehr einfaches, anfängertaugliches Modell. Ich mag dieses Schnittmuster wirklich sehr und empfehle es gerne. Ich habe es schon oft genäht: aus Leinen, Viskose und Leinen-Viskose, ideal für schöne Tage... Und für den kommenden Herbst möchte ich mir unbedingt eine Version aus Feincord nähen! Wer es noch einfacher haben möchte, kann es mit oder ohne Taschen nähen. Durch den elastischen Bund lässt sich die Hose leicht an die Maße der Person anpassen, die sie trägt, sodass sie bequem ist und gut sitzt.

Außerdem gibt es Tomy als PDF oder Papierschnittmuster in den Größen 32 bis 52! Entdeckt es gleich hier.

Die kleine abschließende Note

Zum Abschluss meiner Nähprojekte nähe ich immer ein kleines Label ein. Dieses kleine Detail mag ich sehr, und es erfüllt auch einen praktischen Zweck: Man erkennt damit ganz leicht die Rückseite des Kleidungsstücks! ♡
Ich freue mich sehr über unsere wunderschönen blauen Outfits, die wir im Alltag ganz leicht wieder tragen können.
Und ihr, habt ihr auch eure liebsten selbstgenähten Stücke? Los, jetzt müsst ihr nur noch anfangen: an die Nadeln!

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